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Fachwissen · Beleuchtungssteuerung

Dimmen per Taster: Was switchDIM und Touch DIM von DALI unterscheidet

230-Volt-Tasterbetrieb nur am freigegebenen Steuereingang: Funktionsprinzip, eigenes Schaltbild und herstellerspezifische Gerätegrenzen verständlich erklärt.

Geeignete EVGs und LED-Treiber lassen sich mit einem herkömmlichen Netzspannungstaster schalten und dimmen. Das kann für eine einfache gemeinsame Lichtsteuerung sinnvoll sein. Voraussetzung ist eine ausdrücklich freigegebene Tasterfunktion des Betriebsgeräts. Die DALI-Fähigkeit allein reicht dafür nicht aus.

Tastersteuerung mit Netzspannung ist kein DALI-Busbetrieb

Manche EVGs und LED-Treiber unterstützen neben DALI eine zusätzliche Tasterfunktion, beispielsweise switchDIM oder Touch DIM. Bei einem ausdrücklich dafür freigegebenen Kombi-Eingang darf Netzspannung als Tastsignal verwendet werden. Das ist eine andere Betriebsart als die digitale DALI-Kommunikation.

Ein DALI-Logo allein erlaubt diesen Anschluss nicht. Auch eine angegebene Überspannungsfestigkeit ist keine Freigabe für den regulären Tasterbetrieb. Funktion, zulässige Steuerspannung und Anschlussbelegung müssen ausdrücklich in der Geräteanleitung stehen.

Prinzipskizze eines freigegebenen switchDIM-Eingangs: Dauerversorgung mit L und N, Taster zwischen L und DA/L, DA/N an N; kein DALI-Controller angeschlossen
Eigene Systega-Prinzipskizze des freigegebenen Tasterbetriebs, beispielhaft mit den Bezeichnungen DA/L und DA/N. Schutzorgane, PE und weitere Geräteanschlüsse sind nicht dargestellt. Für die Ausführung gilt der Anschlussplan des konkreten Geräts.

So ist die Prinzipskizze zu verstehen

Das Betriebsgerät bleibt mit L und N versorgt. Der Netzspannungstaster gibt einen Impuls auf den dafür vorgesehenen Steuereingang; der zweite Steueranschluss ist gemäß diesem Herstellerprinzip mit N verbunden. Ein kurzer Tastendruck schaltet, ein längerer dimmt. Die genauen Bedienfunktionen und Klemmenbezeichnungen unterscheiden sich je nach Produkt.

An denselben Steueradern darf dabei kein DALI-Controller oder DALI-Busnetzteil angeschlossen sein. Die Tasterbetriebsart ist nicht mit dem DALI-Betrieb auf diesen Anschlüssen zu vermischen. Das ist auch der Grund, warum wir nicht von „DALI mit 230 Volt“ sprechen.

Wie viele Geräte lassen sich so gemeinsam steuern?

Die zulässige Zahl ist hersteller- und geräteabhängig. Tridonic empfiehlt in seiner technischen Information zu Lichtsteuerungsvarianten, Abschnitt 3, zur Verringerung des Risikos unterschiedlicher Schalt- und Dimmzustände höchstens 25 Betriebsgeräte pro switchDIM-Tastergruppe anzuschließen. Das ist eine Empfehlung für das dort beschriebene System und keine allgemeine DALI-Grenze.

Gerätezahl, Tasterausführung, Leitungslänge und eine gegebenenfalls notwendige Synchronisierung sind anhand der jeweiligen Anleitung festzulegen. Die 64 einzeln adressierbaren Betriebsgeräte eines DALI-Segments dürfen nicht als zulässige Anzahl für den Netzspannungstasterbetrieb übernommen werden. Für größere Anlagen oder individuell geregelte Bereiche ist eine geeignete DALI-Steuerung in der Regel die passendere Lösung.

Welche Betriebsart passt zum Projekt?

Ein einfacher Tasterbetrieb eignet sich für gemeinsam bediente Leuchten, wenn Geräteauswahl und Installation dazu passen. Für einzeln adressierte Leuchten, differenzierte Regelbereiche, Rückmeldungen und die Anbindung an weitere Gebäudefunktionen bietet eine entsprechend geplante DALI-Steuerung mehr Möglichkeiten.

Mehr zur DALI-Lichtsteuerung und zur Frage „Darf man J-Y(St)Y für DALI verwenden?“.

Fachquelle

Tridonic: Technical Information – Different variants of light control, März 2020, Abschnitt 3. Die Skizze ist eine eigene Darstellung des dort beschriebenen Funktionsprinzips. Angaben zur konkreten Ausführung sind immer mit der Anleitung des gewählten Geräts abzugleichen.

Redaktion: Systega Gebäudeautomation · Stand: Oktober 2026.

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